Nahost

Liveticker Iran-Krieg: Trump: Werden Angriffe gegen Iran wieder aufnehmen

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
Liveticker Iran-Krieg: Trump: Werden Angriffe gegen Iran wieder aufnehmen© Urheberechtlich geschützt
  • 10.06.2026 20:39 Uhr

    20:39 Uhr

    Trump: Werden Iran hart treffen

    US-Präsident Donald Trump hat erneut Drohungen gegen Iran ausgesprochen. "Wir werden sie angreifen, und zwar sehr hart", erklärte er im Oval Office auf die Frage eines Journalisten.

    Gleichzeitig behauptete er, die USA hätten mindestens 200 Schiffe im Verlauf des letzten Monats mit einem Spezialkommando aus dem Persischen Golf durch die Straße von Hormus gelotst. "Wir haben Millionen Barrel Öl herausgebracht ‒ Millionen Barrel. Jede Nacht holten wir das Öl. Millionen Barrel Öl sind herausgekommen, und darum ist es bei 85-90 Dollar pro Barrel und nicht bei 250."

    Währenddessen arbeitete Großbritannien daran, möglichst viele Länder zur Unterzeichnung einer Erklärung zu bewegen, die Iran und seine Sicherheitskräfte verurteilen. Sie müssten "aufhören, zu planen, Menschen in Europa, Nordamerika und Australien zu töten, zu entführen und zu belästigen". Unterzeichnet haben die Erklärung neben Albanien, Kanada und Neuseeland eine Reihe von EU-Ländern, aber nicht alle.

    Der iranische Präsident Massud Peseschkian erwiderte währenddessen auf Trumps erneute Ankündigungen, iranische Infrastruktur anzugreifen ‒ was die USA gerade erst mit ihrem Angriff auf die zivile Wasserversorgung getan hatten ‒, mit einer Erklärung auf X:

    "Kritische Infrastrukturen sind die Lebensadern der Menschen. Drohungen, sie anzugreifen ‒ von Verkehrsnetzen bis hin zu Strom- und Wasserversorgung ‒, sind kein Zeichen von Stärke, sondern ein Indiz der Verzweiflung angesichts des Willens eines Volkes. Iran wird, gestützt auf das Wissen und die Fähigkeiten seiner Spezialisten sowie auf die nationale Einheit und den Zusammenhalt, gegen jeden Druck und jede Bedrohung standhaft bleiben."

  • 20:07 Uhr

    Iran: IAEA-Resolution mangelhaft 

    Der Vorstand der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verabschiedete heute in Wien eine Resolution, die Iran vorwirft, seit dem vergangenen Sommer gegen seine Verpflichtung zu verstoßen, Inspektionen seiner Atomanlagen zuzulassen.

    Im Juni vergangenen Jahres wurde Iran von Israel und den USA angegriffen, und die iranischen Atomanlagen wurden bombardiert. Im Zusammenhang mit diesen Angriffen, bei denen auch zahlreiche Mordanschläge auf iranische Nuklearwissenschaftler stattfanden, verdichtete sich in Iran der Verdacht, dass die Inspektoren der IAEA, die Zutritt zu diesen Anlagen gehabt hatten und das Personal kannten, deren Daten an die Israelis weitergegeben hätten.

    Die Abstimmung im 35-köpfigen Vorstand verlief gespalten. Die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland hatten die Resolution eingebracht. 21 Ländervertreter stimmten dafür, drei – Russland, China und Niger – dagegen, und zehn Länder enthielten sich.

    Die iranische Delegation protestierte scharf gegen die in der Resolution erhobenen Vorwürfe. Die IAEA sei nicht mehr vertrauenswürdig, da sie "von Kriegstreibern instrumentalisiert" werde und nicht einmal imstande sei, ihre Besorgnis über "die massivsten widerrechtlichen bewaffneten, in der Geschichte nie dagewesenen Angriffe auf friedlich gesicherte Nukleareinrichtungen eines Mitgliedsstaats" auszudrücken. Die IAEA habe, obwohl die iranischen Anlagen bombardiert worden seien, nie gegen den US-israelischen Angriff des vergangenen Sommers protestiert.

    Die diplomatische Lösung, die die Resolution scheinbar unterstütze, könne nicht funktionieren: "Eine diplomatische Lösung braucht ein Minimum an Vertrauen."

    Iran, China und Russland gaben eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie betonten, das gesamte Thema der Umsetzung der ursprünglichen Vereinbarung mit Iran sei gegenstandslos, da die Maßgaben der Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrats am 18. Dezember 2025 ausgelaufen seien. Die Angriffe auf die iranischen Atomanlagen schwächten das Nichtverbreitungsabkommen.

    Die iranische Atomenergiebehörde betonte, der von IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi beklagte fehlende Zugang zu den iranischen Anlagen sei eine direkte Konsequenz der Angriffe, die die Zugänge zu eben diesen Anlagen beschädigt hätten. "Man kann nicht die Ursache der Störung ignorieren und dann die Folgen eben dieser Störung gegen Iran verwenden", hatte Kasem Gharibabadi, Staatssekretär im Außenministerium, bereits am Samstag in einer Stellungnahme zum Resolutionsentwurf erklärt.

  • 14:16 Uhr

    "Tyrann des Nahen Ostens ist tot" – Trump verkündet erneut Sieg über Iran

    Seit Wochen kompensiert US-Präsident Donald Trump den für Washington mehr als unzufriedenen Verlauf des provozierten Kriegs gegen Iran mit subjektiven Wahrnehmungen auf Truth Social. 

    Zu den regelmäßigen Mitteilungen in den sozialen Medien, wie auch Erklärungen gegenüber Journalisten, gehören dabei Darlegungen zum Status quo des iranischen Militärs und den "Erfolgen" bei der Tötung iranischer Spitzenpolitiker.

    So heißt es wörtlich auf Truth Social am Tag nach den jüngsten "Selbstverteidigungsschlägen", den kurzzeitigen Luftangriffen auf militärische Stellungen Irans entlang der iranischen Küste an der Straße von Hormus:

    "Das iranische Militär ist ein einziges Chaos. Ein Großteil davon, wie etwa die Marine und die Luftwaffe, existiert gar nicht mehr – sie wurden vollständig besiegt. Iran redet nur und tut nichts. Der Tyrann des Nahen Ostens ist TOT!!! Sie haben zu lange gebraucht, um ein Abkommen auszuhandeln, das für sie großartig gewesen wäre, jetzt müssen sie den Preis dafür zahlen!!!"  

    Als unmittelbare Reaktion auf die "militärische Aggression der USA gegen Iran" erfolgten seitens Teherans noch in der Nacht und in den Morgenstunden mehrere Angriffe auf US-Stützpunkte und ‑Einrichtungen in der Region.

  • 13:30 Uhr

    Israelische Streitkräfte forcieren weiterhin Angriffe auf den Südlibanon

    IDF-Kräfte setzen laut Vorgaben der Netanjahu-Regierung ihre militärische Okkupationspolitik mit brutaler Routine fort.

    So wurden am Mittwochvormittag laut libanesischen Medienagenturen gleich mehrere Dörfer und Gemeinden im Südlibanon angegriffen, wobei es erneut zu Toten und Verletzten kam. Ausgeführt wurden die Angriffe mehrheitlich mittels Drohnenattacken und gezielten Offensiven der Luftwaffe.

    Parallel erfolgte auf X die erneute "Evakuierungsanordnung" durch IDF-Militärsprecher Avichay Adraee, wobei in zwei separaten Meldungen die Bevölkerung gleich mehrerer Ortschaften zur Flucht gezwungen wurde.

    Dabei heißt es erneut zynisch in der unmittelbaren Androhung formuliert:

    "Aus Sorge um Ihre Sicherheit müssen Sie Ihre Häuser unverzüglich verlassen und sich in Gebiete nördlich des Zahrani-Flusses begeben. […] Jeder, der sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, deren Einrichtungen und deren Kampfmitteln aufhält, bringt sein Leben in Gefahr!"

  • 12:00 Uhr

    Trump wirft Iran Abschuss von Apache-Hubschrauber vor

    US-Präsident Donald Trump hat Iran Vergeltungsmaßnahmen angedroht. Er bestätigte, dass Iran am Vortag einen amerikanischen Hubschrauber über der Straße von Hormus abgeschossen habe.

    Die Besatzung des Apache-Kampfhubschraubers sei gerettet worden, betonte Trump.

  • 09:38 Uhr

    Teheran warnte Washington mit militärischen Reaktionen vor nächtlichen US-Angriffen

    US-Präsident Donald Trump ließ über Truth Social am gestrigen frühen Abend ankündigen, dass das "großartige US-Militär" laut Wahrnehmungen Washingtons auf den vermeintlichen Abschuss eines US-Hubschraubers durch die iranische Armee "dennoch …zwangsläufig auf diesen Angriff reagieren" müsse.

    Rund eine Stunde später reagierte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf X auf die Ankündigung des US-Präsidenten, um wörtlich zu erklären:

    "Iran bevorzugt die Sprache der Diplomatie. Doch wie unsere tapferen Krieger der Welt gezeigt haben, beherrschen wir auch andere Sprachen."

    Einleitend lautete die Mitteilung Teherans an Washington gerichtet:

    "Die Straße von Hormus ist kein internationales Gewässer, sondern wird von Iran und Oman gemeinsam verwaltet und liegt Tausende Kilometer von den Küsten der USA entfernt. Die Seegrenzen sind glasklar. Unsere mächtigen Streitkräfte sind ständig in Alarmbereitschaft, um jegliche Verletzung des iranischen Luftraums, des Hoheitsgebiets oder der Gewässer zu verhindern.

    Bezugnehmend auf die attackierten US-Militärstützpunkte in der Region und die gezielten Angriffe seitens der IRGC auf Ziele in den Anrainerstaaten erklärte Araghtschi, dass "ausländische Streitkräfte in der Nähe unseres Hoheitsgebiets aufgrund eigener menschlicher Fehler, reiner Unfälle oder der Gefahr, in ein Kreuzfeuer zu geraten, einem ständigen Risiko ausgesetzt" seien.

  • 09:10 Uhr

    US-Raketen zerstören Wassertanks im Süden Irans

    Die iranische Nachrichtenagentur Mehr News informiert über die Folgen der US-Angriffe in der vergangenen Nacht. 

    So informiert der Geschäftsführer des "Wasser- und Abwasserunternehmens der Provinz Hormozgan" laut Mehr News-Artikel, dass am frühen Mittwochmorgen ein Raketenangriff auf die Anlage stattgefunden habe, der unmissverständlich "auf [die] wichtige Infrastruktur der Wasserversorgung gerichtet gewesen sei".

    Laut weiteren Informationen seien bei dem gezielten US-Luftangriff ein "500-Kubikmeter-Tank und ein 2.000-Kubikmeter-Tank vollständig zerstört worden", so der Geschäftsführer darlegend. Beide Tanks hätten "eine zentrale Rolle bei der Trinkwasserversorgung" des Bezirks Bemani und der Stadt Kuhestak gespielt.

    Die Wasserversorgung der umliegenden Dörfer von Bemani sowie der Stadt Kuhestak sei aufgrund der Schäden zurzeit unterbrochen. Einsatz- und Krisenmanagementteams aus der Region würden nun daran arbeiten, "alternative Maßnahmen zu ergreifen, um eine stabile Wasserversorgung sicherzustellen".

  • 08:46 Uhr

    Pentagon erklärte Angriffe auf Iran vorerst für beendet

    Das Pentagon in Washington lässt auf X über das US-Centcom die jüngste militärische Aggression gegen Iran für beendet erklären.

    Der Titel der Mitteilung lautet: "USA schließen Luftangriffe als Reaktion auf den iranischen Angriff auf den Apache-[Hubschrauber] ab".

    Abschließend heißt es am Mittwochmorgen auf X:

    "Die Operation war eine angemessene Reaktion auf die jüngsten Angriffe auf US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe, die die regionalen Gewässer durchfuhren. Die US-Streitkräfte bleiben wachsam und sind bereit, sich gegen ungerechtfertigte iranische Aggressionen zu verteidigen."

  • 08:35 Uhr

    Nächtliche Angriffe und Attacken seitens Washingtons und Teherans

    In der Nacht und am frühen Mittwochmorgen ergaben sich mehrere gegenseitige militärische Attacken, ausgehend von der Entscheidung Washingtons, erneut Ziele in Iran anzugreifen.

    Das US-CENTCOM teilte dabei auf X mit, dass in der Nacht "auf Anweisung des Oberbefehlshabers die Streitkräfte … mit Selbstverteidigungsschlägen gegen Iran" aufgrund des vermeintlichen Abschusses eines US-Armeehubschraubers vom Typ AH-64 Apache nahe der Straße von Hormus durch die iranische Armee begonnen hätten.

    Laut US-Medien erfolgten die US-Luftangriffe auf iranische Radarstellungen entlang der iranischen Küste an der Straße von Hormus sowie auf "Luftabwehrsysteme (Air Defense Sites) im Süden Irans".

    Die politische Führung in Teheran ordnete daraufhin eine umgehende militärische Reaktion an. Die Presseführung des Korps der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) teilte am frühen Mittwochmorgen mit, dass "Luft- und Raumfahrtstreitkräfte einen Raketenangriff auf vier militärische Ziele auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Al-Azraq in Jordanien durchgeführt haben", so die Agentur IRNA zitierend. Zudem soll "die fünfte US-Flotte in Bahrain" am frühen Morgen mit Drohnen attackiert worden sein, so weiteren Informationen seitens der IRGC.

    Iranische Nachrichtenagenturen zitieren am Morgen eine Stellungnahme der politischen Führung in Teheran: So heißt es:

    "Als Reaktion auf die militärische Aggression der USA gegen Iran und die eklatante Verletzung der nationalen Souveränität und territorialen Integrität Irans haben die iranischen Streitkräfte ihr Recht auf Selbstverteidigung ausgeübt und US-Stützpunkte und ‑Einrichtungen in der Region angegriffen, von denen aus die Angriffe ausgegangen waren." 

  • 9.06.2026 13:15 Uhr

    13:15 Uhr

    Acht Tote nach IDF-Luftangriffen auf die Stadt Tyros

    IDF-Einheiten haben wie am Dienstagmorgen via X-Mitteilung angedroht – siehe Ticker-Meldung von 09:45 Uhr –, zivile Wohngebiete in der drittgrößten libanesischen Stadt Tyros über Luftangriffe attackiert.

    Dabei seien "mindestens acht Menschen" bei einem Luftangriff "auf ein dicht besiedeltes Wohngebiet" ums Leben gekommen, wie der Zivilschutz im Südlibanon gegenüber Al Jazeera Arabic mitteilte.

    Der tödliche Angriff erfolgte kurz nachdem das israelische Militär unmissverständliche Zwangsräumungsbefehle für die Stadt Tyros erlassen hatte, die auch explizit an die Bevölkerung des christlichen Viertels der historischen Stadt adressiert waren. Mitarbeiter des libanesischen Zivilschutzes hätten umgehend ältere Menschen evakuiert, während Einwohner aus Tyros Richtung Norden flohen. Weiter heißt es bei Al Jazeera zu der Situation am Vormittag:

    "In den letzten Stunden, seit dieser neuen Angriffsdrohung seitens Israels, ist Panik ausgebrochen, während die Menschen aus der Stadt fliehen."

    Das Foto zeigt heutige Einschläge in der Küstenstadt Tyros.

    Zudem wurden laut Behördenangaben bei einem weiteren israelischen Angriff, dabei auf die Stadt Sharqiyah im Südlibanon, mindestens drei Menschen verletzt, darunter zwei Rettungskräfte.

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